In diesen Regionen gibt es die meisten Blitzeinschläge

In 2018 schlugen mit rund 440.000 die zweitwenigsten Blitze seit 1999 in Deutschland ein. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurden die meisten Erdblitze pro Quadratkilometer und in Fürth die wenigsten gezählt, wie die jüngst veröffentlichten Daten des Blitz-Informationsdienstes der Siemens AG (Blids) hervorheben.

Im vergangenen Jahr schlugen in Deutschland 440.162 Blitze ein. Das geht aus dem aktuellen Blitzatlas 2018 des Blitz-Informationsdienstes der Siemens AG (Blids) hervor. Genutzt werden für die Blitzmessung über 160 verbundene Messstationen in Europa, so die Angaben des Info-Dienstes. Gewitterblitze werden landesweit auf bis zu 50 Meter genau geortet. Im Vorvorjahr wurde übrigens mit weniger als 432.000 Blitzeinschlägen der niedrigste Wert seit 1999 gemessen. 2011 waren es fast 700.000 solche Naturereignisse, 2007 sogar weit über eine Million.

„Auch im Jahr 2018 verzeichneten wir relativ wenige Gewitter“, erläutert Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens. Im Jahr zuvor lag die Zahl der erfassten Erdblitze noch um etwa 2.700 höher. „Der Jahrhundertsommer letztes Jahr war zu warm, die Wetterlagen waren sehr stabil“, so Thern weiter.

In Bayern die mit Abstand meisten Blitzeinschläge

Vergleicht man die Anzahl der Blitzeinschläge je Bundesland, hat Bayern mit fast 106.300 Blitzen, die die Erde erreichen, die meisten. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit fast 62.700, Nordrhein-Westfalen mit über 49.700 sowie Rheinland-Pfalz mit etwas mehr als 41.400 Blitzeinschlägen.

Danach folgen Niedersachsen mit über 37.700, Brandenburg mit fast 30.100, Hessen mit rund 26.400, Sachsen mit etwa 25.000, Sachsen-Anhalt mit über 21.700, Thüringen mit nicht ganz 17.300 sowie Schleswig-Holstein mit fast 10.900 Blitzen, die den Boden erreichen. Im vier- und dreistelligen Bereich liegen zudem Mecklenburg-Vorpommern mit 9.600, Saarland mit 6.200 und die drei Stadtstaaten Hamburg mit über und Berlin mit knapp unter 600 sowie Bremen mit nicht einmal 180 Blitzeinschlägen.

Im Saarland gibt es die höchste Blitzdichte je Quadratmeter

Die Blitzdichte, also die Blitzeinschläge in Relation zur Fläche, war im Saarland mit über 2,4 und in Rheinland-Pfalz mit fast 2,1 Erdblitzen pro Quadratkilometer am höchsten. In Bremen war die Quote mit unter 0,5 und in Mecklenburg-Vorpommern mit knapp über 0,4 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer am niedrigsten, wie aus den Blids-Daten weiter hervorgeht.

Die anderen Bundesländer hatten folgende Blitzdichte je Quadratkilometer: Baden-Württemberg knapp 1,8, Bayern rund 1,5, Nordrhein-Westfalen nicht ganz 1,5, Sachsen knapp 1,4, Hessen unter 1,3, Thüringen und Sachsen-Anzahlt jeweils etwa 1,1, Brandenburg circa 1,0, Hamburg nicht ganz 0,9, Niedersachsen 0,8 sowie Schleswig-Holstein und Berlin je etwa 0,7 Erdblitze.

Mehr als 5.000 Erdblitze im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Die meisten Erdblitze auf der Ebene der 401 Landkreise, Kreise, Stadtkreise und kreisfreien Städte wurden mit fast 5.400 Blitzeinschlägen im Eifelkreis Bitburg-Prüm registriert. Dahinter folgen mit zwischen fast 4.600 und knapp unter 4.000 solcher Naturereignisse die Kreise Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg), Vogtlandkreis (Sachsen) und Jerichower Land (Sachsen-Anhalt).

Im Kreis Fürth schlugen 2018 hingegen nur 18, in Kiel nur 20 Blitze in Bodennähe ein. Vergleichsweise niedrig war die Zahl der registrierten Naturereignisse mit jeweils unter 30 Erdblitzen auch in Delmenhorst sowie in den Kreisen Hof und Bamberg.

Höchste Blitzdichte in Schweinfurt

Die höchste Blitzdichte auf Kreisebene wurde im Kreis Schweinfurt mit über 5,0 Einschlägen pro Quadratkilometer registriert. Dahinter folgen der Rheinisch-Bergische Kreis mit einer Blitzdichte von knapp 4,0 sowie der Kreis Weilheim-Schongau mit fast 3,7 und die Stadt Bonn mit über 3,5. „Mit Schweinfurt haben wir einen Spitzenreiter, der bereits vor vier Jahren ganz vorne lag. Bei der relativ geringen Stadtfläche reichen einige wenige Gewitter, um letztlich eine hohe Blitzdichte auszuweisen“, erläutert Thern.

Bei den nachfolgenden Rheinisch-Bergischer Kreis und dem Landkreis Weilheim-Schongau spiele eher die Nähe zu Höhen- und Gebirgslagen eine Rolle, so der Experte. Weniger als 0,2 Blitzeinschläge pro Quadratkilometer wurden in Kiel registriert. Knapp über dieser Marke lagen den Blids-Daten zufolge die Stadt Potsdam, Lüchow-Dannenberg und die Stadt Schwerin.

Finanzieller Schutz bei Blitzschäden

Wie der Blitzatlas belegt, kann es überall hierzulande zu Blitzeinschlägen kommen. Direkte oder indirekte Blitzeinschläge können zu hohen Schäden an einer Immobilie, am Hausrat oder auch am Auto führen. Mit einer Gebäude- und einer Hausratversicherung lassen sich solche durch einen Blitz verursachte Schäden zumindest finanziell absichern.

Meist gegen Aufpreis können in einer Hausratpolice auch reine Überspannungsschäden an elektrischen Geräten im Haus, die zum Beispiel aufgrund eines Blitzeinschlages in weit entfernten Stromleitungen oder aus sonstigen Gründen möglich sind, mitversichert werden. Blitzschäden am Auto lassen sich mit einer Teilkasko-Versicherung, die auch in einer Vollkasko-Versicherung automatisch enthalten ist, absichern.

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