Riskante Zeit für Fußgänger

Allein letztes Jahr wurden bei Verkehrsunfällen fast über 30.900 Fußgänger verletzt, davon 460 Personen tödlich. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen zudem, dass gerade in den Herbst- und Wintermonaten November bis Januar die meisten schweren Fußgängerunfälle passieren. Insbesondere die besonders in dieser Zeit schlechten Straßen- und Sichtverhältnisse sind häufig eine Ursache solcher Unfälle. Es gibt jedoch auch für Fußgänger präventive Maßnahmen, um das eigene Unfallrisiko zu minimieren.

Insgesamt wurden letztes Jahr bei Verkehrsunfällen fast 399.300 Personen verletzt, davon 3.275 tödlich. Unter den Unfallopfern waren 30.943 Fußgänger, wovon 458 Betroffene aufgrund ihrer Unfallverletzungen starben. Damit war jedes dreizehnte Unfallopfer ein Fußgänger. Bei den Verkehrstoten war sogar jeder siebte zum Unfallzeitpunkt zu Fuß unterwegs. Dies zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Die Statistik belegt zudem, dass gerade in den Monaten November, Dezember und Januar anteilig deutlich mehr Fußgänger verunglücken als in den anderen Monaten. Insgesamt entfielen rund ein Drittel der bei Verkehrsunfällen verletzten und etwa 42 Prozent der getöteten Fußgänger auf diese Monate, obwohl dies zeitanteilig nur 25 Prozent eines Jahres sind. So sind letztes Jahr allein in November und im Dezember jeweils mehr als doppelt so viele Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als in den einzelnen Monaten von März bis August.

Gesehenwerden ist lebenswichtig

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. In den Wintermonaten werden Fußgänger von anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht rechtzeitig erkannt. Schuld daran sind mitunter die früh einsetzende Dämmerung am Abend, die länger anhaltende Dunkelheit am Morgen sowie die vermehrt witterungsbedingten schlechten Sichtverhältnisse durch Nebel, Regen und Schnee. Zudem sorgen eisglatte oder durch nasses Laub rutschige Straßen für mehr Sturzunfälle bei den Fußgängern.

Durch diese witterungsbedingten Straßenverhältnisse wird auch der Bremsweg bei den Fahrzeugen zum Teil erheblich länger und das Ausweichen schwieriger. Wenn ein Fußgänger für den Kfz-Fahrer unerwartet über die Straße geht, führt häufig auch dies zu Unfällen. Um früher und besser gesehen zu werden, sollten Fußgänger statt einer dunklen besser eine helle, möglichst mit reflektierenden Bestandteilen versehene Kleidung tragen. Gerade Eltern sollten darauf achten, wenn ihre Kinder am Morgen zur Schule gehen.

Zudem sollte das Schuhwerk den Straßenverhältnissen angepasst sein, das heißt, bei glatten und rutschigen Wegen sind Schuhe mit einem ausgeprägten Profil und rutschfesten Sohlen sinnvoll. Unabhängig von der Jahreszeit sollte man als Fußgänger nicht ständig auf das Smartphone schauen und lieber auf den Verkehr achten. Wer als Fußgänger über Kopfhörer laute Musik oder andere Audioaufzeichnungen anhört, kann zudem leicht herannahende Fahrzeuge und selbst Polizei- oder Rettungswagen mit eingeschaltetem Martinshorn überhören.

Typische Fußgängerfehler, die oft zu Unfällen führen

Prinzipiell müssen sich auch Fußgänger an die Verkehrsregeln halten und sollten sich der jeweiligen Verkehrssituation anpassen. Dennoch werden zahlreiche Verkehrsunfälle durch unfallbeteiligte Fußgänger selbst verursacht. Alleine letztes Jahr waren 8.678 Fußgänger die Hauptverursacher von Verkehrsunfällen, bei denen sie oder andere verletzt wurden. Typische Fehler von Fußgängern, die zu Unfällen führen, sind, die Straße zu überqueren, ohne auf den Verkehr zu achten, oder obwohl die Fußgängerampel rot zeigt.

Ein hohes Unfallrisiko besteht auch, wenn man plötzlich hinter einem Sichthindernis wie einem Lkw auf die Fahrbahn tritt, da einen so ein herannahender Kfz-Fahrer nicht rechtzeitig erkennt, um auszuweichen oder zu bremsen. Riskant ist es zudem, an einer viel befahrenen Stelle über die Straße zu gehen, anstatt ein paar Meter weiter an einem Zebrastreifen, einer Fußgängerüber- oder -unterführung oder an einer Fußgängerampel die Straße zu überqueren. Auch die Nichtbenutzung des Gehweges oder die Benutzung der falschen Straßenseite führt oft zu Unfällen.

In Paragraf 25 Straßenverkehrsordnung heißt es diesbezüglich: „Wer zu Fuß geht, muss die Gehwege benutzen. Auf der Fahrbahn darf nur gegangen werden, wenn die Straße weder einen Gehweg noch einen Seitenstreifen hat. Wird die Fahrbahn benutzt, muss innerhalb geschlossener Ortschaften am rechten oder linken Fahrbahnrand gegangen werden; außerhalb geschlossener Ortschaften muss am linken Fahrbahnrand gegangen werden, wenn das zumutbar ist. Bei Dunkelheit, bei schlechter Sicht oder wenn die Verkehrslage es erfordert, muss einzeln hintereinander gegangen werden.“

Wege mit hohen Unfallrisiken meiden

Grundsätzlich sollte man immer darauf achten, einen möglichst sicheren Weg zu nutzen. Besonders sollten auch Eltern sicherstellen, dass ihre Kinder einen Weg mit möglichst wenigen Unfallgefahren beispielsweise zum Kindergarten oder zur Schule nutzen. Risikoärmer sind Wege, bei denen keine oder möglichst wenige Straßen überquert werden müssen. Muss die Fahrbahn gewechselt werden, sollte dies nur an Stellen mit einer Fußgängerampel, einer Fußgängerüber- oder -unterführung oder an einem Zebrastreifen erfolgen, auch wenn dies einen Umweg bedeutet.

Straßen, die keinen Fußweg haben, sind generell zu meiden. Falls dies nicht möglich ist, sollte man immer am linken Fahrbahnrand gehen, denn da sieht man ein herannahendes Fahrzeug schneller und kann sich darauf einstellen, um beispielsweise nicht zu weit in die Fahrbahn zu laufen. Jüngere Kinder sollten zudem niemals ohne Begleitung auf einer Straße ohne Bürgersteig unterwegs sein.

Jeder, egal ob Kind und Erwachsener, sollte sich immer vergewissern, dass er von herannahenden Fahrzeugen gesehen wird – und zwar egal, ob er die Straße überquert oder am Straßenrand läuft, weil kein Fußweg vorhanden ist. Dazu ist, wie bereits beschrieben, besonders bei Dunkelheit, Schnee, Regen oder Nebel eine farbenfrohe, helle und mit reflektierenden Teilen versehene Kleidung hilfreich. Zudem sollte man niemals hinter Sichthindernissen hervortreten, sondern freie Stellen suchen, denn nur so können herannahende Verkehrsteilnehmer einen auch wahrnehmen.

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