Damit aus der Verzweiflung kein Drama wird

Nicht immer ist man einer Ausnahmesituation, wie sie aktuell durch die Coronakrise besteht, oder auch anderen Herausforderungen wie Einsamkeit, Krankheit, Geldsorgen, Liebeskummer oder auch Problemen mit den Eltern oder dem Partner psychisch gewachsen. Hierzulande gibt es jedoch diverse professionelle Beratungsstellen, bei denen sich jeder von Jung bis Alt kostenlos und wenn gewünscht auch anonym weiterhelfen lassen kann, um einen Ausweg zu finden. Seit Kurzem gibt es auch eine kostenlose App, die Verzweifelten Unterstützung bietet.

Es gibt zahlreiche Situationen, die einen zur Verzweiflung treiben können: von den Begleitumständen, die jeder durch die aktuelle Coronakrise selbst erfährt, über finanzielle Schwierigkeiten, Partnerschafts- oder Familienkonflikte bis hin zu Problemen durch Krankheit oder Sucht oder auch den Tod eines geliebten Menschen. Nicht immer können Freunde und/oder Familie die eigentlich notwendige psychologische Unterstützung in diesen Fällen bieten, sei es weil man sie nicht kontaktieren will oder kann oder weil sie selbst von der Lage überfordert sind.

Doch keiner muss in einer solchen psychologischen Notsituation alleine bleiben. Es gibt hierzulande zahlreiche Beratungsstellen für verzweifelte Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die teils rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Betroffene können sich zum Beispiel per Telefon, E-Mail oder per Online-Chat kostenlos und wenn gewünscht auch anonym an die fachlich ausgebildeten Mitarbeiter dieser Stellen wenden. Die Fachleute bereden das jeweilige Problem mit dem Betroffenen und geben ihnen auch individuelle Ratschläge.

Telefonseelsorge rund um die Uhr

Eine der größten Beratungsstellen ist die Telefonseelsorge, die von der katholischen und evangelischen Kirche getragen wird. Über 8.000 fachlich ausgebildete, ehrenamtliche Mitarbeiter bieten hier einen 24-Stunden-Service für Hilfesuchende, ohne dass es eine thematische Einschränkung gibt.

Ratsuchende können sich an die kostenlosen Sonderrufnummern 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 wenden. Zudem kann Kontakt zu den Seelsorgern auch online oder per Chat aufgenommen werden. Des Weiteren stehen deutschlandweit insgesamt 27 Beratungsstellen für ein persönliches Gespräch vor Ort zur Verfügung. Außerdem bietet die Telefonseelsorge seit Kurzem eine reine digitale Hilfe mit der kostenlos herunterladbaren App KrisenKompass an.

Diese App richtet sich an Menschen in der suizidalen Krise, an Angehörige, Kollegen und Freunde, die einen eventuell Suizidgefährdeten unterstützen möchten, aber auch an alle, die eine geliebte Person durch Suizid verloren haben. „Wir haben die App entwickelt, um jene zu unterstützen, die sich nicht trauen, mit uns zu sprechen oder uns zu schreiben. Wir hoffen, dass dieses niederschwellige Angebot das Rüstzeug an die Hand gibt, einen Krisenfall besser zu meistern“, erklärt Dorothee Herfurth-Rogge, Vorsitzende der Evangelischen Konferenz für Telefonseelsorge und Offene Tür e.V.

Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche, Eltern und andere

Ein weiteres Beratungsangebot speziell für verzweifelte Kinder und Jugendliche, aber auch für hilfesuchende Eltern gibt es vom Verein Nummer gegen Kummer e.V. Dies wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Beraten wird auch hier themenunabhängig. Hilfe gibt es unter anderem bei Stress mit Eltern, Freunden oder Mitschülern, bei Essstörungen, Depressionen, Alkohol- oder Drogensucht oder wenn man Opfer von (Cyber-)Mobbing, Gewalt oder Missbrauch wurde.

Kinder und Jugendliche können sich bei der NummergegenKummer-Rufnummer 116 111 von Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr sowie Eltern unter der Hotline 0800 1110550 Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr und Dienstag und Donnerstag von 17 bis 19 kostenlos und anonym beraten lassen. Kindern und Jugendlichen steht zudem rund um die Uhr eine Online- sowie eine Chat-Beratung zur Verfügung.

Da es leider immer wieder Firmen und Personen gibt, die versuchen, andere, die sich in einer Notlage befinden, auszunutzen, ist es wichtig, sich nur an seriöse Angebote und Dienste zu wenden. Eine Zusammenstellung von seriösen Beratungsangeboten für verschiedenste Zielgruppen bietet der online aufrufbare Beratungsführer der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V. (DAJEB).

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