Unfallfrei den Frühjahrsputz erledigen

Im Frühjahr steht in vielen Haushalten wieder ein Großputz an. Doch solche Tätigkeiten sind nicht ungefährlich, denn insbesondere Leichtsinn und Unaufmerksamkeit führen beim Putzen immer wieder zu Unfällen.

Unfallfrei den Frühjahrsputz erledigen

11.3.2024 (verpd) Es gibt zahlreiche Unfallrisiken während eines Frühjahrsputzes: So kann beispielsweise ein wackeliger Stuhl als Trittunterlage beim Fensterputzen oder ein Ausrutscher beim Treppenreinigen schnell zu schweren Verletzungen führen. Doch schon mit wenigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Unfallrisiko erheblich mindern.

Nach Angaben des gemeinnützigen Vereins Aktion Das Sichere Haus e.V. (DSH) ereignen sich jedes Jahr über drei Millionen Haushaltsunfälle, bei denen Personen verletzt werden. Allein 2022 starben über 15.500 Einwohner durch einen Unfall zu Hause. Im Vergleich dazu: Im gleichen Jahr gab es laut dem Statistischen Bundesamt durch Verkehrsunfälle knapp 2.800 Tote.

Ein Großteil der Haushaltsunfälle ereignet sich laut DSH beim Putzen. Insbesondere Sturzunfälle, aber auch Schnitt- und Stoßverletzungen führen immer wieder zu Knochenbrüchen und offenen Wunden bis hin zu Verletzungen an Sehnen- und Muskelregionen.

Planvoll vorgehen und Stress vermeiden

Nach Angaben der Experten des DSH lassen sich bereits mit einer detaillierten Planung des Frühjahrsputzes Unfälle vermeiden. Das fängt bei der Frage an, was unbedingt zu machen ist und was noch warten kann. Eine Liste, welche Arbeiten in jedem Raum – dazu gehören auch Keller, Flur, Treppen, Balkon, Terrasse und Garage – zu erledigen sind, erleichtert die Planung.

Zudem sollte man sich darüber Gedanken machen, wie lange die einzelnen Arbeiten wie die Fenster putzen oder die Schränke ausräumen, reinigen und wiedereinräumen dauern. DSH-Experten zufolge ist die eingeplante Zeit meist zu niedrig angesetzt, was bei den Betroffenen oft Stress auslöst. Daher sei es besser, sich Zeitreserven für Unvorhergesehenes, aber auch für Pausen einzuplanen und die bisher eingeplante Zeit mit 1,5 zu multiplizieren.

Auch bei der Hausarbeit sollten zudem regelmäßig Pausen eingelegt werden, um eine Überanstrengung, die zu körperlichen Beschwerden wie Rücken- oder Kreislaufproblemen sowie zu einer nachlassenden Konzentration und somit zu leichtsinnigem Verhalten führen kann, zu vermeiden.

Damit die Kleidung nicht zur Stolperfalle wird

Ferner sollte man sicherstellen, dass alle Putzutensilien wie Leiter und Trittleiter, Eimer, Besen, Kehrschaufel, Staubsauger, Lappen, Bürste sowie die benötigten Reiniger griffbereit sind. Wer beispielsweise improvisiert und statt einer Trittleiter einen Stuhl oder Tisch verwendet, um die Fenster oder Lampen zu putzen, geht ein unnötig hohes Unfallrisiko ein.

Zudem kann auch eine falsche Kleidung beim Putzen das Unfallrisiko erhöhen. Darum sollte man unter anderem auf festsitzende Schuhe mit rutschfesten Sohlen achten, denn sie geben einen sicheren Halt und vermindern das Risiko zu stolpern oder auszurutschen.

Des Weiteren sollte man auf weite wallende Kleidung sowie lange Halsketten und Ohrschmuck verzichten, da man damit leicht beispielsweise an Türgriffen und vorstehenden Kanten hängenbleiben und sich dabei verletzten oder deswegen stolpern kann.

Bequemlichkeit erhöht das Unfallrisiko

Wer aus Bequemlichkeit den nass geputzten Boden oder die feucht gereinigten Holz- oder Steintreppen nicht trocken nachwischt, geht ein unnötiges Risiko ein, dass er selbst oder ein anderer an diesen Stellen ausrutscht.

Zudem ist es zum Beispiel beim Staubsaugen sinnvoller, immer die nächstgelegene Steckdose zu nutzen, als ein Verlängerungskabel zu verwenden, da ein quer durch den Raum liegendes Kabel eine hohe Stolpergefahr birgt.

Um unnötige Wege und Arbeiten zu ersparen, empfehlen die DSH-Experten eine sinnvolle Arbeitsreihenfolge einzuhalten, beispielsweise von hinten nach vorne und von oben nach unten zu putzen, damit gereinigte Flächen nicht gleich wieder schmutzig werden. Des Weiteren wird empfohlen, zuerst zu entrümpeln, dann Fenster zu putzen, anschließend Regale und Schränke zu säubern und am Schluss zu wischen und/oder zu saugen.

Wer krank ist, sollte nicht putzen

Grundsätzlich sollte man anstrengende Arbeiten wie einen Hausputz nur beginnen, wenn man selbst fit ist. Wer zum Beispiel eine Erkältung, Kopf- oder Rückenschmerzen hat, sollte die Putzaktion lieber verschieben.

Bei einer Familie oder einem Mehrpersonenhaushalt sollte, wenn möglich, jeder am Hausputz beteiligt sein und Aufgaben übernehmen. Auch Kinder können je nach Alter beispielsweise den Müll wegbringen und/oder ihr Spielzeug reinigen und sortieren.

Wichtig ist jedoch, dass Reinigungs- und Pflegemittel auch während des Putzens für Kleinkinder unerreichbar bleiben, um Vergiftungsunfälle zu verhindern.

Detaillierte Tipps, wie man Unfälle im Haushalt vermeidet, enthält das Webportal des DSH. Hier sind unter anderem auch die kostenlosen Ratgeber „Sauber ist sicher besser: (Öko-)Tipps für den Hausputz“ und eine Checkliste für den Frühjahrsputz herunterladbar.

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